{"id":380,"date":"2013-02-10T13:02:33","date_gmt":"2013-02-10T13:02:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bsv-buesum.de\/?page_id=380"},"modified":"2013-03-12T19:26:15","modified_gmt":"2013-03-12T19:26:15","slug":"sonke-kahler-segelte-auf-der-diva-um-den-admirals-cup-1985","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.bsv-buesum.de\/?page_id=380","title":{"rendered":"S\u00f6nke K\u00e4hler segelte auf der &#8222;Diva&#8220; um den Admirals Cup 1985"},"content":{"rendered":"<p>S\u00f6nke Kahler segelte auf der \u00bbDiva\u00ab um den Admiral&#8217;s Cup 1985<\/p>\n<p>Segelweltmeister S\u00f6nke Kahler ist nach B\u00fcsum zur\u00fcckgekehrt. Er verteidigte mit den deutschen Hochseeseglern den Admiral&#8217;s Cup, die begehrteste Segeltroph\u00e4e der Welt, vor S\u00fcdengland erfolgreich.<\/p>\n<p>Zum drittenmal nach 1973 und 1983 gewann Deutschland mit den Jachten \u00bbOutsider\u00ab (Eigner Tilmar Hansen, Kiel), \u00bbRubin VII\u00ab (Hans-Otto Sch\u00fcmann, Hamburg) und \u00bbDiva\u00ab (Peter Westphal-Langeloh, L\u00fcbeck) die inoffizielle Mannschafts-Weltmeisterschaft vor Rekordgewinner Gro\u00dfbritannien und Neuseeland.<\/p>\n<p>Lebhaft und mit bewegten Worten schilderte S\u00f6nke Kahler, der Crew-Mitglied der gr\u00f6\u00dften deutschen Jacht, der \u00bbDiva\u00ab, war, die Erlebnisse bei den Regatten um den Admiral&#8217;s Cup (AC). Den H\u00f6hepunkt des Spitzenereignisses im Hoch-seesegelsport bildete erneut das abschlie\u00dfende \u00fcber 605 Seemeilen f\u00fchrende \u00bbFastnet Race\u00ab.<\/p>\n<p>Bei bis zu 10 Windst\u00e4rken wurden die Segler an die Grenzen der physischen und psychischen Leistungsgrenze gef\u00fchrt. Die \u00bbDiva\u00ab erreichte um 2.11 Uhr als zweite Jacht der AC-Flotte nach knapp 80 Stunden h\u00e4rtestem Regattasport den Zielort Piymouth. Ein roter Teppich war ausgerollt, und eine Jazzband spielte bei str\u00f6mendem Regen, als die stoppelb\u00e4rtigen, aber gl\u00fccksstrahlenden deutschen Admiral&#8217;s-Cup-Gewinner nach fast vier Tagen im Hafen wieder festen Boden unter den F\u00fc\u00dfen hatten.<\/p>\n<p>Probleme gab es f\u00fcr die \u00bbDiva\u00ab schon beim ersten Inshore Race, das \u00fcber 26 Seemeilen f\u00fchrte. Beim Start ri\u00df die Genua. So mu\u00dfte die \u00bbDiva\u00ab das gesamte Feld von hinten aufrollen und kam zwar als vierte Jacht ins Ziel, belegte aber nach berechneter Zeit nur den 19. Platz. Die zweite Regatta, die ebenfalls auf dem Solent gesegelt wurde, wurde bei wechselnden Winden zu einem Gl\u00fccks- spiel. Hier waren erneut die kleinen Eintonner beg\u00fcnstigt, und die \u00bbDiva\u00ab placierte sich nur als 16. Schiff.<\/p>\n<p>Zur ersten gro\u00dfen Bew\u00e4hrungsprobe wurde das \u00bbChanel Race\u00ab. Gute acht Windst\u00e4rken lie\u00dfen bei der \u00bbDiva\u00ab 15 Minuten nach dem Start das Gro\u00dfsegel rei\u00dfen. Eine dreiviertel Stunde wurde beim Wechsel des Segels verloren. Ein Crew-Mitglied mu\u00dfte bei 7 bis 8 Windst\u00e4rken sogar in den Mast klettern, um einen Rutscher zu l\u00f6sen, der in ungef\u00e4hr acht Meter H\u00f6he klemmte. Nach der Ausfahrt aus dem Solent rollten den Jachten haushohe Wellen entgegen, die die deutsche, f\u00fcr \u00d6sterreich startende Jacht \u00bbi-Punkt\u00ab zum Kentern brachten. Nach all diesen Widrigkeilen war die Besatzung der \u00bbDiva\u00ab froh, den 27. Platz ersegelt zu haben.<\/p>\n<p>Die vierte Regatta verlief f\u00fcr die deutschen Boote durchschnittlich und dennoch hatte man nach diesem 30-Meilen-Dreieckskurs in der Gesamtwertung bereits 75 Punkte Vorsprung vor dem gro\u00dfen Favoriten Gro\u00dfbritannien. So durfte man nach drei Ruhetagen beruhigt in das abschlie\u00dfende \u00bbFastnet Race\u00ab gehen, das schon 1979 f\u00fcr traurige Schlagzeilen sorgte, als damals bei orkanartigem Wind 12 Segler den Tod fanden.<\/p>\n<p>Am Start ahnte keiner der Beteiligten und Verantwortlichen, da\u00df auch in diesem Jahr diese Regatta beinahe zu einer Katastrophe geworden w\u00e4re. Bei sechs bis sieben Windst\u00e4rken erfolgte am Sonnabend um 18.20 Uhr vor Cowes der Start. Zun\u00e4chst mu\u00dfte eine 170 Meilen lange Kreuz gesegelt werden. Am Sonntagnachmittag erwartete die Flotte in der Bucht von Plymouth h\u00e4rteste Wetteriagen mit \u00fcber 10 Windst\u00e4rken. Von den 54 AC-Booten gaben 24 aus den verschiedensten Gr\u00fcnden auf. Die \u00bbDiva\u00ab segelte unter Sturmfock und den drei Reffs im Gro\u00dfsegel. Da brach der hydraulische Baumniederholer. Drei Liter Hydraulik\u00f6l verteilten sich im Schiffsinneren und vernichteten einen Gro\u00dfteil der Verpflegung. Um den Baumniederholer zu ersetzen, wurde eine Taille geschoren und diese \u00fcber eine Genuawinsch gelegt. Durch diese hohe Belastung ri\u00df die Winsch aus dem Deck und hinterlie\u00df ein ungef\u00e4hr 30 bis 40 cm gro\u00dfes Loch, durch das Wasser eindrang. Dieses Leck wurde mit Bordmittel provisorisch abgedichtet. Weitere \u00dcberbeanspruchungen des Materials verursachten kleinere L\u00f6cher an Deck. Im Bugbereich ri\u00df ein Seil, was zur Folge hatte, da\u00df die Bordwand im Vorschiff bei jedem gr\u00f6\u00dferen Wellenschlagsich 10 bis 15 Zentimeter bewegte.<\/p>\n<p>Das Wissen dar\u00fcber, da\u00df keine deutliche Wetterbesserung abzusehen war und noch \u00fcber 400 Seemeilen vor der \u00bbDiva\u00ab lagen, f\u00fchrte die Crew an eine psychische und physische Zerrei\u00dfprobe. Alle Segler, ihre Kojen, die Schlafs\u00e4cke und das Ersatzzeug waren durchn\u00e4\u00dft. Es bestand keine M\u00f6glichkeit zum Kleidungswechsel, und w\u00e4hrend der gesamten Regatta konnte die Crew keine warme Mahlzeit zu sich nehmen. Die Zehn-Mann-Besatzung teilte sich in zwei Wachen; dennoch war an Schlaf kaum zu denken. Man war \u00fcber jede kleinere Ruhepause froh, so S\u00f6nke Kahler, dem die Strapazen des \u00bbFastnet-Race\u00ab noch drei Tage nach dem Zieldurchgang anzumerken waren.<\/p>\n<p>Am Montag um 20.07 Uhr umrundete die \u00bbDiva\u00ab den Fastnet-Rock in der Irischen See als drittes Schiff der AC-Flotte. Die Deutschen wu\u00dften, da\u00df sie gut im Rennen lagen, obwohl Ungewi\u00dfheit \u00fcber den Verbleib des besten britischen Schiffes, der \u00bbJade\u00ab, bestand. Sp\u00e4ter stellte sich heraus, da\u00df die \u00bbJade\u00ab am Montagnachmittag mit Mastbruch hatte aufgeben m\u00fcssen. So wurde der dritte AC-Gewinn der Deutschen zu einem triumphalen Sieg. Selbst wenn die \u00bbJade\u00ab das \u00bbFastnet-Race\u00ab gewonnen h\u00e4tte, w\u00e4re der \u00bbOutsider\u00ab, der \u00bbRubin VII\u00ab und der \u00bbDiva\u00ab der Erfolg nicht mehr zu nehmen gewesen. Damit ist Deutschland das zweiterfolgreichste Team in der Geschichte des AC nach Gro\u00dfbritannien.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.bsv-buesum.de\/wp-content\/uploads\/s_kaehler.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-602\" src=\"http:\/\/www.bsv-buesum.de\/wp-content\/uploads\/s_kaehler.jpg\" alt=\"\" width=\"515\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/www.bsv-buesum.de\/wp-content\/uploads\/s_kaehler.jpg 794w, https:\/\/www.bsv-buesum.de\/wp-content\/uploads\/s_kaehler-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 515px) 100vw, 515px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>J\u00f6rg Hollmann<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S\u00f6nke Kahler segelte auf der \u00bbDiva\u00ab um den Admiral&#8217;s Cup 1985 Segelweltmeister S\u00f6nke Kahler ist nach B\u00fcsum zur\u00fcckgekehrt. 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